ViaHero und Sherpa: Zwei Start-ups wollen das Reisen revolutionieren

Ob Urlaubsplanung mit Unterstützung von Einheimischen oder dem Online-Dienst Instagram – zwei neue Apps zeigen, wie Reisen in Zukunft funktionieren könnte.

Wer oft und gerne reist, kennt das Problem: Reiseführer präsentieren kaum etwas anderes als die immer gleichen überfüllten Sehenswürdigkeiten. Auf Postkarten oder im Internet hat man sie schon unzählige Male gesehen. Mit der eigentlichen Lebenswelt der Einheimischen haben diese Touristenattraktionen in der Regel allerdings recht wenig zu tun. Aus diesem Grund entschieden sich Greg Buzulencia und Ben Preston dazu, Einheimische in die Planung von Reisen mit einzubeziehen und Besuchern Länder mit Informationen aus erster Hand näher zu bringen.

Die Idee für die App „ViaHero“ kam den Entwicklern bei einer ihrer ausgiebigen Reisen. Bei diesen haben die beiden selbst oft Stunden damit verbracht, Kontakt zu Einheimischen herzustellen, um mit ihnen einen Urlaub jenseits der ausgetretenen Pfade zu erleben. Mit „ViaHero“ wollten die Abenteurer anderen Reisenden die Kontaktaufnahme mit den vor Ort Lebenden erleichtern. Zunächst konzentrierte sich die App auf Kuba, inzwischen sind Japan und Island hinzugekommen.

Reisen mit der App „ViaHero“

Über den Dienst können Touristen direkt mit Einheimischen, sogenannten „Helden“ (englisch: „hero“) in Kontakt treten. Diese bieten Hilfe dabei an, Urlaube zu planen. Sie verraten ihre persönlichen Highlights wie Lieblingsbars und -restaurants sowie die wahren und oft verborgenen Juwelen ihres Landes. Die Zuteilung der Helden wird nicht dem Zufall überlassen, sondern orientiert sich an den Vorlieben und Bedürfnissen der Suchenden.

ViaHero
Planen Sie Ihre Island-Reise mit ViaHero.

In Island verraten die Heros zum Beispiel, wo besonders entspannende heiße Quellen zu finden sind, oder wo das Farbenspiel des Nordlichts am besten von weniger bekannten Beobachtungspunkten aus bestaunt werden kann. In jedem Land erfahren die Reisenden von Helden zudem, wie sie typische Touristenfallen vermeiden können. Die individuelle Reiseplanung inklusive Empfehlungen sowie praktische Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln und freien Internetzugängen kostet in der Regel 25 US-Dollar pro Tag.

Sherpa: Reiseplanung mit Fotos auf Instagram

Wer für seine Reisen auf das Internet als Inspirationsquelle zurückgreifen möchte, dem kann eine andere App weiterhelfen. „Sherpa“ sammelt Instagram-Bilder, ergänzt sie mit Informationen aus anderen Diensten wie Wikipedia und Foursquare und schafft daraus einen visuellen Reiseführer. Bei ihrer Einführung am 12. Juni dieses Jahres umfasste die App bereits über eine halbe Million mit Geotags versehener Fotos.

Sherpa

Sobald Sherpa aus dem App-Store heruntergeladen und mit dem eigenen Instagram-Account verknüpft wurde, kann der Reiseführer abgerufen werden. Bislang ist es zwar noch nicht möglich, über die App Hotels oder Flüge zu buchen. Die Gründer planen jedoch, das Angebotsspektrum immer weiter auszubauen und sie Schritt für Schritt zu einem Online-Reisebüro auszubauen. Schon bald soll Sherpa zudem nicht nur für iPhones, sondern auch für Android-Smartphones verfügbar sein.

Sherpa

Neben den bereits beschriebenen Funktionen haben sowohl ViaHero als auch Sherpa übrigens noch einen weiteren Effekt, der an dieser Stelle unbedingt erwähnt werden muss. Beide Apps machen nämlich derart große Lust darauf, die Welt abseits von ausgetretenen Pfaden zu erkunden, dass sich die Reisetasche praktisch ganz von allein packt.

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