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Vroom: Das Autohaus der Zukunft steht in der virtuellen Realität

Der US-Onlinehändler Vroom will den Autokauf revolutionieren und bietet seine Wagen jetzt in einem Virtual Reality-Showroom an.

Ob mehr PS unter der Haube oder endlich den benötigten Platz für Familie, Hund und Freizeitausrüstung – der Kauf eines Autos sollte eigentlich Freude bereiten. Doch gerade wenn ein Gebrauchtwagen gesucht wird, nimmt der Spaßfaktor nach stundelangem Klicken durch Verkaufsportale und dem vierten Händlerbesuch meist rasant ab. Diesen Frust will der amerikanische Autohändler Vroom in Zukunft mit Hilfe eines aktuellen Tech-Trends von vornherein verhindern: Virtual Reality (VR).

Der Onlinehändler eröffnet in dieser Woche den ersten virtuellen Showroom, den Kunden per VR-Headset HTC Vive betreten können. Darin wird eine Auswahl an Gebrauchtwagen ausgestellt sein, die aktuell auf der Website von Vroom zum Verkauf stehen und die von den Nutzern von allen Seiten in Realgröße betrachtet werden können. Die Fortbewegung im Raum funktioniert per Blicksteuerung: Durch das Fokussieren bestimmter Lichtpunkte können nicht nur spezifische Informationen zum Fahrzeug aufgerufen, sondern auch die Türen der Fahrzeuge geöffnet werden. Der virtuelle Verkaufsraum soll den Besuch eines realen Gebrauchtwagenhändlers detailgetreu nachempfinden, sogar echte Mitarbeiter stehen für Kundenfragen bereit.

vroom ermöglicht Fünf Probefahrten in zehn Minuten

Hat der Kunde auf seinem Rundgang einige Modelle entdeckt, die ihn interessieren, kann er diese in der virtuellen Realität sogar zur Probe fahren. Während der Testfahrt eröffnet sich ein 360-Grad-Blick durch das Wagenintérieur und sogar der reale Motoren-Sound des jeweiligen Modells ist zu hören. Die kurzen Fahrten ermöglichen es, schon in zehn Minuten eine ganze Reihe an Autos zu testen – dafür müssen in der Realität gut und gerne mehrere Stunden investiert werden.

Im virtuellen Showroom sind auch Probefahrten möglich.
Im virtuellen Showroom sind auch Probefahrten möglich.

Ganz rund scheint das VR-Erlebnis von Vroom allerdings noch nicht zu sein. Nach einem ersten Test des Showrooms berichtet das Magazin Fortune, dass insbesondere der realistische optische Eindruck oft noch durch unstimmige Größenverhältnisse gestört wird. Ursache dafür ist, dass die 3D-Modelle der Wagen aus zweidimensionalen Fotografien zusammengesetzt und die Perspektiven noch nicht vollständig angepasst wurden. Zudem mangele es den virtuellen Probefahrten an physischen Eindrücken wie dem Fahrverhalten des Wagens oder dessen Federung auf unebenem Untergrund. Auch das eigenhändige Lenken und Einparken ist aktuell noch nicht möglich.

Ist VR die Zukunft des Autohandels?

Die aktuelle Version des VR-Showrooms soll laut Gaurav Misra, CMO von Vroom, aber nur der Ausgangspunkt sein, von dem aus Erfahrungen für die Weiterentwicklung gesammelt werden. In Zukunft werde ein noch immersiveres Erlebnis ermöglicht und der Showroom um weitere Features aufgestockt. „Virtual Reality mischt im Moment besonders den Unterhaltungs- und Gaming-Bereich auf“, so Misra. „Umso begeisterter sind wir, die Technologie als eine der ersten in Form eines nützlichen und unterhaltenden Einkaufserlebnisses anbieten zu können.“ Ab dieser Woche werden Kunden den Vroom-Vorführraum in einigen ausgewählten Städten im US-Staat Texas nutzen können. Falls das Konzept gut ankommt, werden weitere Standorte im ganzen Land dazukommen.

Der virtuelle Showroom von Vroom.
Der virtuelle Showroom von Vroom. Gif: Youtube – Vroom

Vroom ist zwar das erste Unternehmen, das die Möglichkeiten der Virtual Reality-Technik für den Verkauf von Autos einsetzt. Doch die Idee hatten auch schon einige der großen Automobilhersteller. Audi tüftelt bereits seit zwei Jahren an einem virtuellen Konfigurator für seine Neuwagen, die Implementierung der VR-Technik bei ausgewählten Händlern ist laut Berichten bis Ende des Jahres geplant. Bis dahin wird Vroom jedoch schon den nächsten Schritt im Blick haben: Die Kunden sollen den virtuellen Showroom auch von zu Hause aus betreten können. Dazu wird eine Version des VR-Systems folgen, die mit dem Google Cardboard oder anderen erschwinglichen Interfaces funktioniert. Hoffen wir, dass auch hier die Konkurrenz den Markt belebt und die großen Autohersteller nachziehen – denn eine Probefahrt im neuesten Porsche 911 GT3 bequem vom Sofa aus klingt ziemlich verlockend.

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