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Wazer: Mit Wasserstrahlen Stahl und Stein im Wohnzimmer zuschneiden

Durch Wazer erhalten erstmals Privatnutzer die Möglichkeit, Materialien wie Metall, Stein und Glas günstig und detailgenau im Wohnzimmer zuzuschneiden.

Vielen Menschen bereitet das Gestalten mit dem 3D-Drucker Freude, doch die Endprodukte bestehen häufig aus Plastik und sind in diesem Fall nicht sehr robust. Zwar gibt es bereits Industrieverfahren für den Hausgebrauch, aber auch diese unterliegen gewissen Beschränkungen: „Laserschneider können nur weiche Materialien wie Holz und Plastik bearbeiten“, erklärt Nisan Lerea, einer der beiden Gründer des Unternehmens Wazer. „Wir haben ein Werkzeug geschaffen, das so gut wie jedes Material zuschneiden kann: Stahl, Titan, Aluminium, Stein, Keramikfliesen, Glas und vieles mehr.“

Damit das funktioniert, wird Wasser von einer Pumpe mit viel Druck durch eine feine Düse gepresst, wodurch ein scharfer Strahl entsteht. Zur Erhöhung von dessen Schleifwirkung enthält das Wasser Granatsand. Auf diese Weise lassen sich detailreiche Formen aus verschiedenen Arten von Materialien schneiden und neben Kunstwerken und Basteleien auch praktische Dinge wie Messer und Fahrrad-Kettenblätter anfertigen. Mit der von Wazer entwickelten Maschine wird die industrielle Methode des Wasserstrahlschneidens nun erstmals auch Privatanwendern zugänglich.

Wazer will den Produktionsprozess demokratisieren

Da diese meist nur über wenig Platz und Budget verfügen, ist das Gerät von Wazer kompakt und vergleichsweise günstig. Während konventionelle Apparate nicht mal durch eine Haustür passen würden, findet das von Lerea und Matthew Nowicki konzipierte Gerät auf einer Werkbank oder einem Beistelltisch Platz. Im Gegensatz zu Industriemaschinen, die bis zu 100.000 US-Dollar (89.000 Euro) kosten, ist es für einen Endpreis von 6.000 US-Dollar (5.340 Euro) zu haben. Interessenten, denen das zu teuer ist, können sich an der schon jetzt erfolgreichen Kickstarter-Kampagne beteiligen und dadurch Frühbesteller-Rabatte erhalten. Neben Preis und Größe sind auch die Spezifikation der Maschine von Wazer auf den Hausgebrauch ausgelegt: Sie ist einfach zu bedienen, passt an normale Steckdosen und verbraucht relativ wenig Strom. Der Granatsand lässt sich im Internet bestellen und nach der Nutzung im Hausmüll entsorgen.

Mit dem Wasserstrahlschneider von Wazer lassen sich beispielsweise Kettenblätter anfertigen.
Mit dem Wasserstrahlschneider von Wazer lassen sich beispielsweise Kettenblätter anfertigen. Bild: Facebook – Wazer

„Unsere Zielgruppe sind Menschen, die normalerweise Werkstoffe per Hand bearbeiten müssten“, sagt Lerea. Während eine Testnutzerin für die Herstellung ihres Schmucks früher sehr lange gebraucht habe, könne das Gerät von Wazer diese Arbeit in wenigen Stunden erledigen. Die Bearbeitungszeit hängt dabei von Materialart und der gewünschten Form ab. Vorlagen für die maschineninterne Software lassen sich mit jedem beliebigen Programm erstellen, das SVG– und DXF-Dateien schreiben kann. Da Privatanwender durch Wazer die Möglichkeit erhalten, Gegenstände aus Materialien herzustellen, die sie zuvor nicht bearbeiten konnten, betrachtet das Unternehmen sein Gerät als Beitrag zur Demokratisierung des Produktionsprozesses. „Wir sind schon sehr gespannt, was die Nutzer alles damit kreieren werden“, erklärt Lerea.

Die Maschine erlaubt das Ausschneiden detailreicher Formen aus diversen Materialien.
Die Maschine erlaubt das Ausschneiden detailreicher Formen aus diversen Materialien. Gif: Kickstarter – Wazer
Cover-Foto: Facebook – Wazer

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