Technische Innovation

Wolkenkratzer steht Kopf: Analemma Tower nutzt Asteroid als Fundament

Mit dem obersten Stockwerk auf 32.000 Metern Höhe soll der schwebende Wolkenkratzer Analemma Tower täglich zwischen Städten pendeln.

Wer Gebäudekonzepte wie den U-förmigen Wolkenkratzer The Big Bend oder das Cliff House für abgehoben hält, kennt Analemma Tower noch nicht. Dieser soll nicht nur das höchste Bauwerk der Welt werden, sondern zudem auch noch auf dem Kopf stehen. Denn als Fundament dient ein die Erde umkreisender Asteroid, von dem der Turm an einer Kabelkonstruktion in Richtung Boden herabhängt. Auf diese Weise haben die Mieter einen spektakulären Ausblick und pendeln zudem jeden Tag automatisch zwischen Nord- und Südhalbkugel.

Durch die achtförmige Umlaufbahn des Asteroiden überquert Analemma Tower im 24-Stunden-Rhythmus Städte wie Havanna, Atlanta, Panama City und New York. Dann sollen die Bewohner bei Bedarf das Gebäude per Fallschirm verlassen können. Doch das ist eigentlich nicht nötig, weil der Turm neben Büroräumen, Einkaufsmöglichkeiten, Parks und Freizeitangeboten auch Wohnungen enthält. Mieter des obersten Stockwerks auf 32.000 Metern Höhe haben zwar zum Schutz vor Vakuum und Minusgraden kleinere und dickere Fenster als die Bewohner tieferer Etagen, dafür aber auch 45 Minuten länger Sonne pro Tag.

Analemma Tower zapft Wolken an

Diesen Vorteil nutzt auch das Stromversorgungssystem von Analemma Tower, dessen Solarzellen jenseits der Wolkengrenze tagsüber durchgängig Sonnenlicht erhalten. Mit der produzierten Energie werden unter anderem die elektromagnetischen Aufzüge angetrieben, die nicht den Höhenbeschränkungen herkömmlicher kabelgebundener Fahrstuhlmodelle unterliegen. Das Wasserversorgungssystem des Gebäudes speist sich aus den Wolken und verfügt zudem über eine Wiederaufbereitungsanlage. Mit diesen Ideen will das New Yorker Clouds Architecture Office Anregungen für die Metropolen der Zukunft liefern.

Seinen Bewohnern bietet Analemma Tower einen spektakulären Ausblick.
Seinen Bewohnern bietet Analemma Tower einen spektakulären Ausblick. Gif: Cloudsao – Analemm Tower(Montage)

So betonen die Architekten, dass Analemma Tower natürlich nur ein Konzept, die Nutzung von Asteroiden aber tatsächlich machbar sei. Als Beispiel für Letzteres nennen sie das NASA-Vorhaben, schon 2021 Asteroiden einzufangen und auf eine erdnahe Umlaufbahn zu bringen. Zwar dürfte ein derart riesiges Bauwerk trotzdem physikalisch nicht umsetzbar sein – allein schon deshalb, weil der Entwurf nicht die Frage beantwortet, wie die Bewohner eigentlich hinauf kommen sollen. Doch zumindest die Finanzierung haben die Architekten schon bedacht: In Dubai seien die Baukosten fünf Mal niedriger als in New York und viele Spezialisten für hohe Gebäude ansässig. Da das Emirat zudem bereits andere exzentrische Bauvorhaben umgesetzt hat, könnte es künftig auch an einem schwebenden Wolkenkratzer interessiert sein.

Cover-Foto: Cloudsao – Analemma Tower(Montage)

Artikel empfehlen

Zugehörige Themen

Technische Innovation

Als Nächstes lesen

Read Full Story