Allgegenwärtige Macher-Bewegung

Yamaha Motobot: Roboter fährt Motorrad – mit Highspeed, aber ohne fremde Hilfe

Levin Thiel Writer

Über selbstfahrende Autos wurde in der jüngeren Vergangenheit bereits viel berichtet, auch hier auf dem Intel Magazin. Und einige Modelle dieser autonomen Fahrzeuge befahren bereits testweise öffentliche Straßen, andere befinden sich offenbar kurz davor. Während aber bislang vor allem PKW im Fokus des unternehmerischen und auch medialen Interesses standen, sorgt Yamaha nun mit einem Zweirad für einen Schwenk des Spotlights.

Auf einem Presse-Event im Vorfeld der morgen offiziell beginnenden Tokyo Motor Show 2015 verblüffte das japanische Unternehmen mit seinem „Motobot“. Was sich wie „Motorboot“ in Lautschrift liest, ist eine „Fusion aus Yamahas Motorrad- und Roboter-Technologie“: ein autonomer, Motorrad fahrender, humanoider Roboter. Und um die Antwort auf die Frage nach dem „But why?“ direkt vorwegzunehmen: Um die Sicherheit von Bikern zu erhöhen.

Neue Geschäftsbereiche dank Motobot 

Mit 200 Sachen, aber ohne menschliches Dazutun

Auch ohne Typen wie Rossi mit Pitch Blackout, der die Konkurrenz mit einem Fußtritt von der Strecke befördert, ist das Motorradfahren gefährlich. Der Roboter soll daher künftig auf einer Serienmaschine – auf der Show wurde er auf einem Yamaha R1M Superbike präsentiert – mit über 200 Sachen pro Stunde ganz ohne menschliches Eingreifen seine Runden auf einer Rennstrecke drehen. Um zu gewährleisten, dass er beim Ausführen der komplexen Handlungsabläufe nicht von der Maschine fliegt, verlässt sich die hauseigene R&D-Abteilung allerdings nicht nur auf Stützräder und den gyroskopischen Effekt.

1493973784400906668

Sie hat spezielle Sicherheits- und Assistenzsysteme entwickelt, mit deren Hilfe der Roboter hochpräzise agieren können soll. In ein paar Jahren dürften Biker dann von den Erkenntnissen und Features profitieren, so wie das oft bei wissenschaftlichen Entwicklungen der Fall ist, die dann auch Endverbrauchern zugutekommen. Darauf würde auch Yamahas Aussage hindeuten, wonach die Entwicklungen „in bereits existierenden Geschäftszweigen zum Einsatz kommen als auch dazu verwendet werden sollen, um neue Geschäftsbereiche zu erschließen.“ Mit darüber hinaus gehenden Informationen zu Motobot hält sich der Konzern ansonsten bislang zurück.

side

Auch Intel forscht im Bereich der Verkehrssicherheit von Motorradfahrern und konnte zuletzt auf der diesjährigen IFA in Berlin gemeinsam mit BMW ein Proof of Concept vorstellen. Herzstück des Projekts bilden dabei ein BMW C Evolution Elektroroller und Intel Edison. Dank des Ein-Chip-Systems von Intel ist es möglich, nicht nur das Motorrad mit dem Helm drahtlos kommunizieren zu lassen – sondern umgekehrt den Fahrer per Sprachsteuerung auch mit dem E-Bike. So kann er unterschiedlichste Status-Angaben erfragen, woraus sich wichtige Vorteile ergeben, die zur Sicherheit des Bikers beitragen: beispielsweise muss er seine Hände zu keiner Zeit vom Lenker nehmen oder den Blick von der Straße wenden.

scooter

Cover-Foto: Yamaha
Gif: Youtube – MotorcyclesDreams
Bild 1: Yamaha

Artikel empfehlen

Zugehörige Themen

Maker

Als Nächstes lesen

Read Full Story