Gesundheit

Zahnarztbesuche adé: Neues Dentalmaterial verhindert Karies und Parodontitis

Nicolas Meudt Autor, Hemd & Hoodie

Ein neues Dentalmaterial mit antimikrobieller Verbindung könnte dafür sorgen, dass Besuche beim Zahnarzt künftig weniger werden.

Die Deutschen pflegen ihre Zähne heute wesentlich besser als jemals zuvor. Diesen Schluss legt zumindest die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) nahe, denn Karieserkrankungen sind in allen Altersgruppen und in allen Bevölkerungsschichten stark rückläufig. Gleiches gilt für Parodontalerkrankungen, also bakteriell bedingte Entzündungen, die zu einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates führen.

Trotz dieser Erfolge ist jedoch noch immer jeder zweite jüngere Erwachsene von einer parodontalen Erkrankung betroffen, jeder zehnte sogar schwer. Bei den Studienteilnehmern zwischen 65 und 74 Jahren ist zudem jeder achte hierzulande komplett ohne eigene Zähne. Darüber hinaus rechnen die Studienautoren mit einem steigenden Behandlungsbedarf bei Paradontitis, da diese Krankheit stark altersabhängig ist und Menschen immer älter werden.

Neues Dentalmaterial verhindert Bildung von Biofilmen

Eine zentrale Herausforderung, mit der Zahnärzte und Patienten bislang zu kämpfen haben, ist, dass für restaurative Verfahren wie das Füllen von Hohlräumen bislang Materialien verwendet werden, die – wie Zahnschmelz – anfällig für Plaque sind. Dieser klebrige Biofilm wiederum führt zu Karies und Parodontitis. Bestimmte Mikroorganismen bilden darüber hinaus Stoffe, die die Immunabwehr schwächen und zu Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) führen.

Biofilme ließen sich auf dem neu entwickelten Dentalmaterial wesentlich leichter entfernen als dies bei einem Kontrollmaterial der Fall war. . Bild: University of Pensilvania – Geelsu Hwang

Nun haben Forscher allerdings ein neues Mittel für Zahnfüllungen entwickelt, das Bakterien abtötet und obendrein verhindert, dass sich neue Mikroben bilden können. Das aus Harz hergestellte Material enthält eine antimikrobielle Verbindung namens Imidazolium und ist den Wissenschaftlern der Universität von Pennsylvania zufolge mit minimaler Toxizität für das umgebende Gewebe wirksam. Obendrein sei es „nicht auslaugbar, somit tötet es nur Mikroben, die es direkt berühren“.

Smartbrush soll Zähneputzen in drei Sekunden erledigen

Die Menge an Bakterien, die an dem Material in Versuchen hängen blieben, soll den Forschern zufolge im Vergleich mit Kontrollmaterialien komplett vernachlässigbar sein. Zudem hätte die Plaque kaum Halt gefunden, sodass sie leicht weggespült werden konnte. „Um die Bakterienbestände zu entfernen, reicht die Kraft, die man braucht, um einen Schluck Wasser zu nehmen“, sagt der Autor der Studie, Geelsu Hwang. Zudem verhindere die nicht auslaugende Natur des antibakteriellen Mittels die Wahrscheinlichkeit, dass Bakterien eine Resistenz dagegen entwickeln können.

Trotz der hier beschriebenen Fortschritte in der Zahnmedizin ist es wohl nach wie vor erstrebenswert, Zahnbelag und die damit verbundenen Folgen von vorneherein zu vermeiden. Wer keine Zeit und Lust hat, mehrmals täglich für einige Minuten zur Zahnbürste zu greifen, der könnte an der Smartbrush Unico Gefallen finden. Diese soll den bei einer Crowdfunding-Kampagne bereitgestellten Informationen zufolge das Putzen der Zähne in lediglich drei Sekunden erledigen können. Allein die Vorstellung der möglichen Zeitersparnis scheint bei vielen Menschen den Geldbeutel zu öffnen. Denn obwohl zahlreiche Kritiker die Wirksamkeit der patentierten Bürste infrage stellen, hat sie ihr ursprüngliches Finanzierungsziel von 75.000 Euro drei Tage vor Kampagnenende bereits um mehr als ein Zehnfaches überschritten.

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