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Zume: Roboter-Lieferdienst backt Pizza direkt vor der Haustür

Sabine Berger Autorin, Hemd & Hoodie

Das Start-up Zume will den Food-Lieferdienst mit Robotern und selbstfahrenden Autos automatisieren – und verspricht eine Pizza wie aus dem eigenen Ofen.

Pizza bestellen ist oft wie Bungeejumping: Während die Vorstellung daran noch freudiges Herzklopfen verursacht, stellt sich im entscheidenden Moment plötzlich eine leichte Übelkeit ein. Der lauwarme Teigfladen im ölgetränkten Karton hat meist nicht mehr so viel mit der knusprigen Pizza zu tun, die auf dem Flyer angepriesen wurde. Deshalb hat sich das kalifornische Start-up Zume zum Ziel gesetzt, den Pizzalieferdienst zu revolutionieren. „Wir werden das Amazon des Food sein“, verdeutlicht Mitgründer Alex Garden seine ambitionierten Pläne.

Clou des Konzeptes: Die Pizzen werden direkt im Lieferwagen gebacken und kommen ofenfrisch an der Haustür des Kunden an. Die Trucks von Zume sind mit jeweils 56 fernsteuerbaren Öfen ausgestattet, die von einem Algorithmus mit verknüpftem GPS-System bedient werden. Der rechnet die zum Ziel verbleibende Zeit aus und schaltet den Ofen exakt so ein, dass die Pizza bei Ankunft fertig gebacken ist. Der Betrag wird bargeldlos bei der Bestellung über die App beglichen, sodass auch der umständliche Bezahlvorgang zwischen Tür und Angel entfällt.

pizza im zeitalter der Automatisierung

Aktuell sitzen noch menschliche Fahrer hinter dem Steuer der Lieferwagen. Das Unternehmen gibt aber an, die Trucks in Zukunft durch vollständig autonome Fahrzeuge ersetzen zu wollen. Die Herstellung der Pizzen hingegen läuft bereits heute zu großen Teilen automatisiert ab: Roboterdame Marta, die wie eine große Spinne von der Decke der Produktionshalle hängt, verteilt die Tomatensoße nahezu liebevoll auf den runden Teigfladen. „Gleichmäßig, aber nicht zu akkurat“, betont Garden, „damit der Eindruck eines handgemachten Produkts bestehen bleibt.“

Pizza on the road: In den Trucks von Zume sind jeweils 56 Öfen untergebracht.
Pizza on the road: In den Trucks von Zume sind jeweils 56 Öfen untergebracht. Bild: Zume Pizza

Auch für das Schneiden der Pizza bei der Auslieferung werde bereits an einem Roboterarm gearbeitet, erklärt Zume-Mitgründerin Julia Collins. Abstriche müssen die Kunden hingegen bei der Angebotsvielfalt und Flexibilität machen. Das System von Zume ist im Moment nur in der Lage, die in der App angebotenen Pizzavarianten zu liefern. Spezialwünsche wie „extra Salami“ oder „ohne Zwiebeln“ können also nicht berücksichtigt werden.

Doch dies könnte bald gar nicht mehr nötig sein. Mithilfe von maschinellem Lernen wird schon jetzt die Wahrscheinlichkeit der eintreffenden Bestellungen berechnet, sodass besonders die frischen Zutaten noch gezielter eingekauft werden können. Die Pizzabestellungen vorauszusagen, habe sich als erstaunlich leicht herausgestellt, sagt Collins. Es ist also nicht auszuschließen, dass die künstliche Intelligenz bald schon so weit entwickelt ist, dass sie unsere Vorlieben auf Basis des Wetters und unserer Facebook-Aktivitäten errechnet – und uns die Pizza liefert, von der wir noch gar nicht wussten, dass wir sie heiß und innig lieben.

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