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Zwischen Vertrauen und Disruption: Das steckt hinter der Blockchain-Technologie

Nicolas Meudt Autor, Hemd & Hoodie

Sie ist die Grundlage des Bitcoins – und noch viel mehr. Nicht wenige Experten halten die Blockchain-Technologie für ähnlich disruptiv wie das Internet.

Wer das vergangene Jahr nicht auf einer einsamen Insel verbracht hat, ist um das Thema Blockchain – zumindest indirekt – wohl kaum herumgekommen. Dies lag vor allem an ihrem ältesten noch in Betrieb befindlichen Vertreter, der gleichzeitig auch ihr bekanntester Anwendungsfall ist: dem Bitcoin. Der rasante Wertzugewinn der „digitalen Münze“ in der zweiten Jahreshälfte 2017 sowie ihr enormer Preisverfall innerhalb weniger Tage Anfang 2018 sorgten medienübergreifend für Schlagzeilen.

Die Blockchain auf ihre Verwendung als Basis für Kryptowährungen zu reduzieren, greift jedoch zu kurz. Denn künftig wird sie nicht nur beim blitzschnellen Austausch von Vermögenswerten helfen, sondern zunehmend auch tiefgreifende Auswirkungen darauf haben, wie Unternehmen, Regierungen und Verbraucher Arbeitsabläufe koordinieren sowie Daten austauschen. Zahlreiche Experten gehen zudem davon aus, dass sie sogar komplett neue Geschäftsmodelle ermöglichen wird und halten sie für nicht weniger wichtig und disruptiv als das Internet. Doch was genau ist diese Blockkette überhaupt? Und: Wie funktioniert sie?

Manipulation der Blockchain nahezu unmöglich

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die es erlaubt, Transaktionen digital abzubilden, zu authentifizieren und zu verewigen. Zu diesem Zweck hält die Datenbank eine kontinuierlich wachsende Liste von Transaktionsdatensätzen („Blöcken“) vor, die chronologisch linear erweitert wird – eben so, wie bei einer Kette, der am unteren Ende stetig neue Elemente hinzugefügt werden. Ist ein Block vollständig, wird der nächste erzeugt. Typischerweise enthält jeder Block einen Zeitstempel und Transaktionsdaten sowie einen kryptographisch sicheren Hash seines Vorgängers.

Die Blockchain auf ihre Verwendung als Basis für Kryptowährungen zu reduzieren, greift zu kurz.

Da die Blöcke nicht auf einem einzigen zentralen Server liegen, sondern in einem weltweiten Peer-to-Peer-Netzwerk über die Beziehungen von Prüfsummen untereinander verkoppelt sind, ist es praktisch unmöglich, einzelne Blöcke nachträglich zu verändern oder zu manipulieren. Denn anstatt eines üblichen Mittlers (z.B. einer Bank) wird die Gesamtheit der Nutzer zur Kontrollinstanz, welche die Integrität des Systems gewährleistet. Sollte jemand den Inhalt der Blockchain manipulieren wollen, müsste er somit mindestens 51 Prozent der vorhandenen Kopien ändern. Dies wiederum wäre mit derart hohen Kosten verbunden, dass ein solches Vorhaben als komplett unwirtschaftlich gilt.

Intel treibt entwicklung der Blockchain voran

„Der Bereich, in dem sich die Blockchain als besonders nützlich erweist, ist jener, in dem ein potenzielles Misstrauen gegenüber Unternehmen beziehungsweise Organisationen besteht“, erklärt Dan Middleton, Head of Technology für Intels „Blockchain and Distributed Ledger“-Programm. Prinzipiell mache der Einsatz der Technologie jedoch immer Sinn, sobald eine Art Versicherung gewünscht sei, die garantiert, dass sich alle an die vereinbarten Regeln halten. Aus diesem Grund geht beispielsweise auch die International Data Corporation (IDC) davon aus, dass bis 2021 „mindestens 25 Prozent der Global-2000-Unternehmen im großen Stil Blockchain-Dienste als Grundbaustein für ihre digitale Vertrauensstrategie einsetzen“ werden.

Eines der Unternehmen, das auf Prozessortechnologie von Intel setzt, um seinen Kunden einen Cloud-basierten Blockchain-Service zu bieten, ist Oracle.

Um die Entwicklung der Blockchain-Technologie weiter voranzutreiben, arbeitet Intel eng mit Partnern und Kunden zusammen. Zudem kollaboriert das Unternehmen mit Branchenorganisationen, Standardisierungsgremien und akademischen Einrichtungen, wie beispielsweise der Initiative für CryptoCurrencies & Contracts (IC3), der Enterprise Ethereum Alliance und dem R3 Konsortium. Neben zahlreichen Hardware-Technologien, die vertrauliche Informationen schützen und Krypto-Operationen beschleunigen, ist Intel softwareseitig zudem Schöpfer eines Open-Source-Projekts. Hyperledger Sawtooth ermöglicht Unternehmen die Nutzung von Blockchains und kann auf der Intel Xeon-Plattform ausgeführt werden.

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